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Für die meisten Reisenden ja – und die Route selbst kostet nichts, da der Zugang kostenlos ist (0 EUR) und die Route des Vins d'Alsace ein öffentliches Straßennetz und keine eintrittspflichtige Attraktion ist. Adresse: Route des Vins d'Alsace, Elsass, Frankreich. Die Einschränkung ist saisonal. Einzelne Weinkeller, Schlösser und Museen erheben separate Gebühren, und an Sommerwochenenden sind die kleineren Dörfer überlaufen.
Zwischen 1871 und 1945 wechselte das Elsass viermal die Staatsangehörigkeit. Diese Geschichte ist im Glas lesbar. Die Region füllt Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris und Sylvaner nach französischem Appellationsrecht ab und etikettiert ihre Weine nach Rebsorten statt nach Weingut – eine Konvention, die fast keine andere französische Region teilt. Die Frage, ob sich das Elsass lohnt, stellt sich meist Reisenden, die einen Abstecher vom Korridor Paris–Basel in Erwägung ziehen. Die ehrliche Antwort hängt davon ab, was ein Besucher von einer Weinberglandschaft erwartet.
Die Route des Vins d'Alsace ist kein Denkmal mit einem Tor. Es ist eine ausgeschilderte öffentliche Straße, die etwa 170 Kilometer entlang der östlichen Ausläufer der Vogesen von Marlenheim im Norden bis Thann im Süden verläuft. Die Berge werfen einen Regenschatten, was dies zu einer der trockensten Weinregionen Frankreichs macht und die Dichte der Reben an den Hängen erklärt. Einundfünfzig Grands Crus sind entlang des Weges abgegrenzt. Dazwischen liegen ummauerte Dörfer mit Fachwerkhäusern – Riquewihr, Eguisheim, Ribeauvillé –, in denen Störche auf Schornsteinen nisten und eine Winstub an langen, gemeinsamen Tischen Flammkuchen serviert. Über Orschwiller wacht der Sandsteinblock der Haut-Kœnigsbourg über die Ebene.
Der Vergleich verdeutlicht den Reiz. Das Burgund handelt mit Exklusivität und die Champagne mit Zeremonie; das Elsass handelt mit Zugang. Kleine Winzer öffnen ihre eigenen Türen, Probierstuben liegen an Dorfstraßen statt hinter Gutsbesitzer-Mauern, und das Vokabular – trockener Riesling, vendanges tardives, Crémant – ist einfacher zu handhaben als eine Côte d'Or-Karte der lieux-dits. Die Landschaft ist menschlich skaliert: alle paar Kilometer ein Dorf, Reben, die bis zum Bergrücken klettern, Wald darüber. Eine Tour auf der elsässischen Weinstraße wirkt daher weniger wie ein Museumsbesuch als vielmehr wie eine langsame Fahrt durch eine bewirtschaftete Kulturlandschaft.
Für wen es geeignet ist, ist die praktische Frage. Besucher, die kleine Städte, Kellereiverkostungen und kurze Spaziergänge zwischen Rebparzellen genießen, sind meist zufrieden. Wer Nachtleben, große Galerien oder dramatische Berglandschaften sucht, wird das Tempo als bedächtig empfinden. Straßburg und Colmar eignen sich beide als Ausgangspunkt, weshalb eine elsässische Weintour ab Straßburg eher als Abstecher denn als eigenständiger Urlaub Sinn ergibt. Die Jahreszeit bestimmt das Erlebnis weit mehr als die Kosten, da die Straße keine eigene Zugangsschranke hat. Lesen Sie die Antwort darauf, ob sich das Elsass lohnt, als bedingt: Ja, definitiv, für Reisende, die den Weinberg als Ziel und nicht als Kulisse betrachten.